Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.
(1.Timotheus 4,4)
Von Pastorin Sonja Mede, Seelsorgerin im Seniorenzentrum Martha-Maria Lichtenstein-Honau
Welchen Reichtum bietet der Mai! Gottes wunderbare Schöpfung erscheint mir überschwänglich schön.
Mit Sophie Scholl teile ich meine Liebe zur Natur. Sie schrieb 1939 im Mai in ihr Tagebuch: „So wenig ich einen klaren Bach sehen kann, ohne nicht mindestens die Füße hinein zu hängen, genau so wenig kann ich an einer Wiese zur Maienzeit vorüber gehen. Es gibt nichts Verlockenderes als solchen duftenden Grund, über dem die Wiesenkerbel wie ein lichter Schaum schweben, daraus Obstbäume ihre blütenbesteckten Zweige recken, als wollten sie sich erretten aus diesem Meer der Seligkeit. – Nein, ich muss meinem Weg untreu werden, muss mich hinein sinken lassen in diese reiche Fülle vielgestaltigen Lebens.“
Es gibt so viel Grund, dankbar zu sein und zu genießen.
„Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.“ Paulus hatte bestimmt nicht den Mai im Kopf, als er diesen Satz schrieb. Der Hintergrund bei Paulus ist ein Konflikt zwischen den „Judenchristen“ mit ihren strengen Speisegesetzen und den „Heidenchristen", die eine ganz andere Prägung hatten.
Als Christen dürfen wir von dem genießen, was Gott uns schenkt. Im Mai ist das so unbeschreiblich viel. Nicht nur in der Natur, auch bei den leiblichen Genüssen: Es gibt Spargel und die ersten Erdbeeren, und es duftet nach Flieder und Jasmin.
Ich wünsche allen einen schönen Mai!

Pastorin Sonja Mede
Evangelisch-methodistische Kirche
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