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Endokrine Chirurgie        [Zurück]
 

Das Krankenhaus Martha-Maria München ist eine der weltweit führenden Kliniken für endokrine Chirurgie. Als Zentrum für die Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie verfügen wir über die Erfahrung von mehr als 29.000 Schilddrüsen- und mehr als 3.000 Nebenschilddrüsen-Operationen aus den vergangenen 20 Jahren.

Operationen an den Nebennieren und der Bauchspeicheldrüse runden das endokrine Spektrum ab.

Problemorientiert werden die Eingriffe minimalinvasiv oder offen chirurgisch vorgenommen.

Die Sicherheit unserer Patienten mit Vermeidung der typischen Komplikationen liegt uns neben der erfolgreichen und funktionsgerechten Therapie besonders am Herzen.

Zur Vermeidung von Stimmbandverletzungen wird während der Operation das Neuromonitoring angewendet.

Ebenso kann während der Operation mittels Telepathologie festgestellt werden, ob das entnommene Gewebe gut- oder bösartig ist.

Leistungsspektrum

      Schilddrüsenchirurgie
  Nebenschilddrüsenchirurgie
  Neuromonitoring
  Telepathologie

siehe auch Bauchspeicheldrüse in der Magen-Darm-Chirurgie
siehe auch Nebenniere in der Minimalinvasiven Chirurgie

Schilddrüsenchirurgie     Nach oben

Die Schilddrüsenchirurgie ist traditioneller Schwerpunkt im Krankenhaus Martha-Maria München. Die typischen Komplikationen der Schilddrüsenchirurgie wie zum Beispiel die Stimmbandnervenverletzung mit der Folge einer Stimmstörung oder die Nebenschilddrüsenverletzung mit der Folge eines Calciummangels im Blut werden durch neueste Techniken auf ein Minimum reduziert.

Zur Vermeidung der Stimmbandnervenverletzung haben wir bereits immer den Stimmbandnerv während der Operation dargestellt. Darüber hinaus wird bei uns seit 1998 das so genannte Neuromonitoring des Stimmbandnerven bei allen Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsen-Operationen regelhaft durchgeführt. Weltweit haben wir mit dieser Methode die größte Erfahrung.

Mit dem so genannten Neuromonitoring des Stimmbandnervs sind wir heute in der Lage, nicht nur den Nerv in seinem Verlauf darstellen und schonen zu können, sondern darüber hinaus können wir auch seine Funktion mit hoher Wahrscheinlichkeit beurteilen, was bisher in der Schilddrüsenchirurgie nicht möglich war.

Neuromonitoring-orientiert haben wir spezielle operative Strategien entwickelt, insbesondere auch für Problemfälle.

Zur Vermeidung der Verletzung der Nebenschilddrüsen werden auch diese während der Operation sichtbar gemacht, um sie zu schonen. Bei Schädigung der Durchblutung werden einzelne Nebenschilddrüsen sofort entfernt und dann wieder in die Halsmuskulatur eingepflanzt, wodurch eine Funktionserhaltung gewährleistet wird.

Zur Beurteilung, ob das entnommene Schilddrüsengewebe gut- oder bösartig ist, haben wir die telemedizinische Möglichkeit, vom OP-Saal aus direkt mit dem zuständigen Facharzt für Pathologie zu kommunizieren (Telepathologie). Diese telepathologische Einrichtung ermöglicht es dem Operateur, ohne Zeitverzögerung genaue Informationen über das entnommene Gewebe zu erhalten.

Neben der Sicherheit für den Patienten und der funktionsgerechten Chirurgie liegt uns als weiteres Interesse eine kosmetisch günstige Narbenbildung bei unseren Patienten sehr am Herzen.

Aus diesem Grunde werden - wenn möglich - sehr kleine Hautschnitte angelegt oder die Operation wird minimalinvasiv durchgeführt.

Nebenschilddrüsenchirurgie     Nach oben

Die Nebenschilddrüsen sind kleine Organe, die der Schilddrüse mehr oder weniger eng anliegen und den Calciumstoffwechsel des Körpers regulieren. Die Regulation erfolgt über das Hormon der Nebenschilddrüse, das so genannte Parathormon.

Eine Operation der Nebenschilddrüsen wird in der Regel erforderlich, wenn es zu einer Überproduktion des Parathormons kommt. Wenn diese Überproduktion aus nicht ersichtlichen Gründen durch Vergrößerung der Nebenschilddrüsen entsteht, bezeichnet man die daraus resultierende Krankheit als primären Hyperparathyreoidismus. Hierbei können entweder nur eine Drüse (etwa 80 Prozent) oder zwei Drüsen (etwa zwei Prozent) oder alle vier Drüsen (17 Prozent) erkrankt sein. Fast immer ist die Erkrankung gutartig, in seltenen Fällen besteht eine erbliche Belastung. Abhängig von der Anzahl der erkrankten Drüsen werden unterschiedliche Operationsverfahren gewählt.

Wichtig ist, ausreichend gesundes Nebenschilddrüsengewebe zu belassen, damit der Calciumstoffwechsel weiterhin funktioniert, und alles erkrankte Gewebe zu entfernen. Die möglichen Lagevariationen der Nebenschilddrüsen und das Erkennen von erkranktem Gewebe erfordern gerade für diese Art der Chirurgie einen sehr erfahrenen Operateur. Im Krankenhaus Martha-Maria München ist diese Erfahrung durch die Vielzahl der Operationen, die wir durchführen, in hohem Maße gegeben.

Neben der Erfahrung sind einige spezielle Vorrichtungen in der Nebenschilddrüsenchirurgie unumgänglich, zum Beispiel die Möglichkeit der Kältekonservierung von Nebenschilddrüsengewebe. Dieses Gewebe kann jahrelang konserviert und im Bedarfsfall nach Auftauen in die Muskulatur des Menschen eingepflanzt werden, um dort wieder eine normale Funktion aufzunehmen.

Ein weiterhin neueres Verfahren in der Nebenschilddrüsenchirurgie, das bei uns auch seit 1998 eingesetzt wird, ist die Messung des Parathormons während der Operation, der so genannte Quick-Parathormon-Test. Anhand dieser Parathormonmessung kann der Operationserfolg frühzeitig schon während der Operation gemessen werden.

Bei Vorliegen entsprechender Voraussetzungen sind auch minimalinvasive Nebenschilddrüsenoperationen möglich.

Wenn die Überproduktion des Parathormons aus reaktiven Gründen vorliegt (wie zum Beispiel bei chronischem Nierenversagen oder wenn Calcium durch den Darm nicht in den Körper aufgenommen werden kann), sprechen wir von einem reaktiven Hyperparathyreoidismus. In diesem Falle sind immer alle vier Nebenschilddrüsen erkrankt und vergrößert. Sie werden entweder bis auf einen kleinen, normal großen Rest entfernt (subtotale Parathyreoidektomie) oder man entfernt alle Nebenschilddrüsen im Halsbereich und pflanzt einen Teil des Gewebes in die Muskulatur am Unterarm in gleicher Sitzung ein (totale Parathyreoidektomie plus autologer Transplantation). Bei diesen Operationen ist dann die Kryokonservierung des Nebenschilddrüsengewebes von sehr hoher Bedeutung für den Patienten.

Der reaktive Hyperparathyreoidismus tritt am häufigsten bei dialysepflichtigen Patienten mit chronischem Nierenversagen auf. Die Dialyse während des stationären Aufenthaltes ist im Krankenhaus Martha-Maria München durch die assoziierte Dialysestation gewährleistet.

Neuromonitoring     Nach oben

Lähmungen der Stimmbandnerven (Recurrensparesen) gehören zu den gefürchteten Komplikationen in der Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie. Eine einseitige Recurrensparese führt zu einem Stillstand eines Stimmbandes. Meist ist die Stimme dann heiser. Die in der Literatur angegebenen Häufigkeiten schwanken von weniger als einem Prozent bis über 20 Prozent bei Zweit- und Mehrfacheingriffen (Rezidivoperationen).

Bei einer Lähmung beider Stimmbandnerven tritt häufig Atemnot auf, was unter Umständen einen Luftröhrenschnitt erforderlich macht.

Die Mehrzahl der im Rahmen einer Operation der Schilddrüse oder Nebenschilddrüse aufgetretenen Stimmbandparesen bilden sich aber wieder zurück.

Um das Risiko einer Recurrensparese so gering wie möglich zu halten, überwachen wir den Stimmbandnerv mittels Neuromonitoring. Dazu wird der Stimmbandnerv (Nervus recurrens) während der Operation über eine Sonde elektrisch stimuliert. Durch den Reiz zieht sich der von dem Nerv versorgte Muskel - hier der Musculus vocalis - zusammen. Er befindet sich im Kehlkopf und bewegt das Stimmband. Über eine in diesem Muskel platzierte Elektrode werden entsprechende Signale abgeleitet und akustisch dargestellt. Auf diese Weise ist es möglich, den Stimmbandnerv zu lokalisieren und seine Unversehrtheit während der Operation zu überprüfen.

Telepathologie     Nach oben

Die Telepathologie bietet die Möglichkeit, unter Nutzung des Telekommunikationsnetzes das noch im OP-Trakt aufgearbeitete Gewebe einem kilometerweit entfernt praktizierenden Pathologen zur Untersuchung anzubieten, wobei dieser sich prinzipiell an jedem Ort der Erde befinden könnte.

Kern einer solchen Anlage ist ein im OP-Trakt befindliches, vollständig von außen über Telefonleitungen steuerbares Mikroskop. Auf der Gegenseite sitzt der Pathologe vor einem Monitor, auf dem die mittels einer angeschlossenen Videokamera übertragenen Mikroskopbilder abgebildet werden. Das Mikroskop im OP wird vom Pathologen mit einer Steuerung, vergleichbar einem Joystick, bedient. Zur Übermittlung der Daten wird das ISDN-Telefonnetz genutzt. Aus dem OP wird die vom Operateur ausgewählte Gewebeprobe als grober Zuschnitt direkt in das anliegende Schnellschnittlabor gebracht. Über eine Makrokamera kann der Pathologe das Präparat, das auf seinen Monitor übertragen wird, beurteilen und den Bereich auswählen, den er genauer untersuchen will. Der Arzt im OP-Labor präpariert quasi als verlängerter Arm des Pathologen den entsprechenden Teil und fertigt aus dem eingefärbten Gewebe im Gerfriermikrotom bei minus 28 Grad Celsius hauchdünne Schnitte an, die auf einem Objektträger unter das ferngesteuerte Mikroskop gelegt werden. Die eigentliche Schnellschnittuntersuchung beginnt, nachdem erneut eine Online-Verbindung zur Pathologie hergestellt worden ist. Von seinem Platz aus steuert der Pathologe das Mikroskop, das sich über das Präparat bewegt, und betrachtet bestimmte Ausschnitte in bis zu 40-facher Vergrößerung. Nach einigen Minuten liegt das Ergebnis vor. Es wird telefonisch an den Operateur übermittelt. Mit dieser wichtigen Information kann er den weiteren Fortgang der Operation festlegen. Wir verwenden in Zusammenarbeit mit dem pathologischen Institut des Städtischen Krankenhauses München-Harlaching (Professor Dr. W. Nathrath) diese Methode schwerpunktmäßig in der Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie. Derzeit führen wir bis zu 15 Schnellschnittuntersuchungen täglich durch. Von der Gewebeentnahme bis zum Eintreffen des Untersuchungsergebnisses dauert es etwa zwölf bis 15 Minuten. Damit ersparen wir unseren Patienten unnötige Wartezeiten und damit Narkosezeit.

Kontakt

Telefon (089) 7276-224
Telefax (089) 7276-233
E-Mail chirurgie.muenchen@martha-maria.de
  Krankenhaus Martha-Maria München
Chirurgische Klinik
Wolfratshauser Straße 109
81479 München

 

 
    
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