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Andrang beim Tag der Offenen Tür - 20 Jahre Notaufnahme

Im Notfall gut versorgt – Das Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau beging am 7. Mai das 20- jährige Jubiläum der Interdisziplinären Notaufnahme

Interessante Vorträge, kostenlose Blutuntersuchungen, Beratungsgespräche und Besichtigungen lockten am Samstag zahlreiche Interessierte in die modern gestaltete Notaufnahme in Dölau – eine der ersten übrigens, die 1991 in Deutschland als zentral arbeitende Rettungsstelle eröffnet wurde.

Die Bedeutung von zentralen Notaufnahmen stieg in den letzten zehn Jahren deutlich, immerhin sind 45 Prozent aller stationär behandelten Personen inzwischen Notfallpatienten. In Deutschland werden immer mehr Notaufnahmen nach dem Dölauer Modell eingerichtet.

Die kurzen Wege, eine standardisierte, rasche Versorgung und eine kollegiale, interdisziplinäre Zusammenarbeit sind für die erfolgreiche Versorgung von Notfallpatienten ausschlaggebend, wie Dr. Kalbitz, Leiter der Notaufnahme in seinem Vortrag klar machte. Besonders bei internistischen und neurologischen Notfällen, wie Herzinfarkt und Schlaganfall ist der Zeitfaktor ausschlaggebend für eine erfolgreiche Behandlung. Das Zeitfenster, in welchem z.B. nach einem Schlaganfall durch blutverdünnende Medikamente das Gerinnsel im Gehim rasch aufgelöst werden kann, ist sehr eng – maximal 3-4 Stunden nach dem Anfall. Daher ist es bei den ersten Symptomen eines Schlaganfalls wichtig, sofort eine Notaufnahme aufzusuchen, wie Frau Junghans, Fachärztin für Neurologie den Zuhörern eindrücklich nahelegte – am besten natürlich an einer Klinik, die auch über eine neurologische Abteilung verfügt. Was heute bei komplizierten Brüchen der oberen und unteren Extremitäten in Dölau jenseits des traditionellen „Eingipsens" möglich ist, demonstrierte eindrucksvoll der Chef der Unfallchirurgie, Dr. Lindemann-Sperfeld. Modernste Untersuchungen und minimalinvasive, Patienten schonende Verfahren beim „klassischen" Notfall Herzinfarkt stellte Dr. Seige, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 1, vor.

Nach den Vorträgen konnten sich die Gäste in der INA (interdisziplinären Not-aufnahme) Blutdruck, Blutfett und Blutzucker bestimmen lassen, an einem Dummy die richtige Reanimation üben, sowie die Schockräume mit der hochmodernen Ausstattung und zwei Rettungswagen besichtigen. Auch der Rettungs-Hubschrauber war von Interessierten dicht umlagert. Stationsleiterin Schwester Ilona Voigt und ihr gesamtes Team standen den Besucherinnen und Besuchern für Fragen zur Verfügung.

Die Interdisziplinäre Notaufnahme am Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau ist rund um die Uhr offen und erreichbar unter der Telefonnummer: 0345-559-1684.

Pressekontakt:
Martina Hoffmann,
Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau,
Marketing und Projekte
Röntgenstraße 1, 06120 Halle (Saale)
E-Mail: Martina.Hoffmann@Martha-Maria.de
Telefon: (0345) 559-1536, Telefax: (0345) 559-1504
Internet: http://www.MarthaMaria-halle.de

In der Notfallaufnahme ist „Multitasking“ gefragt

Die Schwestern Susann Bülow, Andrea Gletz und Constanze Ruther sind seit 20 Jahren dabei

Am 7. Mai konnte bei Martha-Maria in Halle-Dölau das 20jährige Bestehen der Interdisziplinären Notfallaufnahme gefeiert werden. Die interessierte Öffentlichkeit nahm rege Anteil daran. Immerhin war das Krankenhaus Dölau eines der ersten Häuser in Deutschland, in dem eine zentral arbeitende Rettungsstelle eröffnet wurde. Constanze Ruther, Andrea Gletz und Susann Bülow waren damals schon dabei. Sie erinnern sich noch gut, wie die damalige Rettungsstelle binnen kürzester Zeit im Erdgeschoss des Neuen Bettenhauses ihre Arbeit aufnahm. Das Pflegepersonal wurde aus den unterschiedlichen Abteilungenzusammengestellt. Sie gehörten als junge Krankenschwestern dazu, ohne jegliche Vorstellung, was sie eigentlich erwartete. Zuerst haben sie sich beim Putzen, Scheuern und Einrichten der Station kennengelernt. In den ersten Wochen und Monaten des neuen Dienstes mussten sie sich das fachliche Knowhow erarbeiten, das sie in den täglichen Anforderungen einer interdisziplinären Notfallaufnahme brauchten. “Das war wie ein Sprung ins kalte Wasser -”, erinnert sich Andrea Gletz, “auf einmal kamen Patienten mit Atemnot, und du hast dich gefragt, wer jetzt eigentlich mehr Beschwerden hat - du oder der Patient.” Aber schon bald waren sie ihren neuen Aufgaben gewachsen und lernten sie lieben. Den Ärzten, zumeist jungen Assistenzärzten, sei es übrigens damals nicht sehr viel anders ergangen. Auch sie standen vor völlig neuen Herausforderungen. Und nicht wenige von ihnen sind heute Chef- und leitende Oberärzte - z. B. Dr. Lindemann-Sperfeld und Dr. Kalbitz. Ein ganzes Buch könnten Susann Bülow, Andrea Gletz und Constanze Ruther mit ihren Erfahrungen und Anektoden füllen. Zum Beispiel mit dieser: Ein Patient wurde von seiner Frau angekündigt. Er würde kommen, weil er Rückenschmerzen hätte. Als Andrea Gletz nach ihm Ausschau hielt, kam ein Mann mit Knieschützern und auf allen Vieren in die Notfallaufnahme gekrochen. Er war Fließenleger und war aufgrund starker Schmerzen nur noch auf diese Weise in der Lage, sich fortzubewegen. Auch eine Handtasche wurde ihnen schon von einer angetrunkenen Frau um die Ohren gehauen, erzählt Susann Bülow. Und dass es gleich ein paar “auf die Lichter” gibt, hat Constanze Ruther an Wochenenden von betrunkenen jungen Menschen schon wiederholt zu hören bekommen. Fachlich haben die drei Gesundheits- und Krankenpflegerinnen in ihrer Zeit in der Notfallaufnahme unbeschreiblich viel dazu gelernt. Und sie haben enorm an Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen dazugewonnen, betont Constanze Ruther. “Es gibt eigentlich nichts, was wir noch nicht erlebt haben. Wir haben Kinder gekriegt, und Patienten sind verstorben. Wir haben viele schöne Momente erlebt und haben den Anspruch, denen, die oft mit vielen Ängsten und aufgeregt zu uns kommen, so warmherzig und menschlich wie nur möglich zu begegnen.” ergänzt Andrea Gletz. Wenn es im Frühjahr draußen wieder warm wird oder Haus und Garten am Wochenende oder ein Feiertagen darauf warten, dass etwas getan wird, dann wissen die Schwestern, dass sich auch die Notfälle bei ihnen einfinden werden. Bei drückender Schwüle können sie mit den Hypertonikern rechnen, die sie zum Teil schon viele Jahre kennen. Und doch gehört es zur Spezifik der Notfallaufnahme, dass eigentlich kaum etwas planbar ist. Das macht die Dienstplanung, für die die Pflegerische Leiterin Ilona Voigt verantwortlich ist, besonders schwierig.

Die gravierendsten Ereignisse in 20 Jahren Notfallaufnahme waren aus Sicht der drei Krankenschwestern der Umzug vom Neuen Bettenhaus ins jetzige Domizil sowie die spätere Erweiterung um die Bettenstation, die dazu führte, dass Patienten nun auch über Nacht in der Notfallaufnahme betreut werden müssen. Stolz sind sie auf die Zertifizierungen, die sie unter Oberarzt Dr. Kalbitz erreicht haben - ...

Seit Oberarzt Dr. Kalbitz die Leitung inne hat, fühlten sie sich ein bisschen wie die 22 C, weil viele intensivmedizinischen Aufgaben dazu gekommen sind, erzählen die Drei. Dabei leuchten ihre Augen, denn das fordert sie auf eine Art heraus, die sie mögen. Eine ihrer Kernkompetenzen liegt ohnehin in der Anforderung, mehrere Dinge gleichzeitig tun zu müssen und dabei stets abzuwägen, was im Moment Priorität hat., betont Susann Bülow. Multitasking pur. Vielleicht ist das auch der Grund, warum es so wenige Männer im Pflegedienst der Notfallaufnahme gibt ...

Frieder Badstübner

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