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Abschied nach 26 Jahren Seelsorge im Krankenhaus Martha-Maria Nürnberg

26 Jahre war Jutta Specht Seelsorgerin im Krankenhaus Martha-Maria in Nürnberg. Am 26. Juli wurde sie in den Ruhestand verabschiedet. Ihr Nachfolger, Pastor Martin Jäger, wird Anfang September in sein Amt eingeführt.

NÜRNBERG – „Patientinnen und Patienten sind unsere Lehrmeisterinnen und Lehrmeister“, sagt Jutta Specht. Diesen Satz aus der Seelsorge-Konzeption des Diakoniewerks Martha-Maria habe sie auch so erfahren, erklärt die Seelsorgerin. 26 Jahre hat sie Patienten im Krankenhaus Martha-Maria in Nürnberg begleitet und dabei „viel für mein Leben von diesen Begegnungen gelernt und es hat mein Leben reich gemacht“, wie sie es formuliert. „Das Vertrauen, dass mir Menschen entgegengebracht haben, war mir nie nur selbstverständlich sondern auch kostbar.“ Jetzt geht sie in den Ruhestand.

Direktor Andreas Cramer, der Vorstandsvorsitzende des Diakoniewerks Martha-Maria, würdigte bei der Verabschiedung die Arbeit von Jutta Specht. „Sie lebte als Seelsorgerin das Unternehmen Menschlichkeit und hatte ein Herz und ein Ohr auch für unsere Mitarbeitenden.“ Oberin Roswitha Müller brachte siebenfachen Dank mit – für "Helfen und Hören", für die Verbundenheit mit den Diakonissen, für die gute Zusammenarbeit mit dem Besuchsdienst und der Sitzwachengruppe, für ein gutes Miteinander bei der Gestaltung der Krankenhauskapelle, für die wertschätzende Haltung in der Zusammenarbeit und für die gute Zusammenarbeit mit der Martha-Maria Stiftung.

Der Chefarzt der Medizinischen Klinik II, Professor Dr. med. Dieter Schwab, betonte, Jutta Specht habe die Kraft der österlichen Lebensmacht im Alltag spürbar gemacht. Das Wort Jesu aus der Lazarus-Geschichte "Löst die Binden und lasst ihn gehen" sei dabei auch Spechts Leitwort im Umgang mit Sterbenden gewesen. Seinen Dank brachte der katholische Seelsorger, Pastoralreferent Anton Baier, zum Ausdruck. Er habe von Jutta Specht "gelernt, was Krankenhaus-Seelsorge heißt".

Jutta Specht ist gelernte Hauswirtschafterin und hat eine therapeutische Ausbildung sowie eine Seelsorgeausbildung absolviert. Im April 1992 begann sie in Martha-Maria als Krankenhausseelsorgerin zu arbeiten. Seit 2012 hat sie die Seelsorge geleitet und war dabei auch für die Ausbildung der Ehrenamtlichen in der Sitzwache zuständig. Die Frauen und Männer bekamen von ihr das Rüstzeug, um schwer Kranke und Sterbende zu begleiten.

Viele Begegnungen und Gespräche hat Jutta Specht erlebt. Beeindruckt habe sie, wie viele Patientinnen und Patienten mit ihrer Krankheit oder ihrem Sterben umgegangen seien, erzählt die 66-Jährige. Auch manche Lebensgeschichte habe einen Nachklang hinterlassen und sie auch in die Pflicht genommen, eine eigene Haltung dazu zu finden. „Meine Haltung den Menschen gegenüber war geprägt vom Vertrauen in die Weisheit der Seele. Wenn sie in ihren Nöten und Wünschen verstanden wird, findet sie auch ihren eigenen Entwicklungsweg.“ Die Würdigung des gelebten Lebens der Menschen, wie es geworden sei – mit allem Gelungenen und dem nicht Gelungenen –, sei ihr immer wichtig gewesen. „Denn das machen wir alle zu wenig“, sagt die Seelsorgerin: „Das Leben würdigen.“

Für die Zukunft hat Jutta Specht, deren Mann pensionierter Pastor ist, schon einige Pläne. „Aber zuerst einmal ist bis zum Jahresende nur Ruhestand dran“, sagt sie. „Damit die Dinge reifen können.“

Spechts Nachfolger Martin Jäger ist seit 2012 Pastor im Bezirk Nürnberg-Zionskirche der Evangelisch-methodistischen Kirche. Der 55-Jährige hat zunächst die Ausbildung zum Altenpfleger absolviert und in mehreren Einrichtungen der Diakonie gearbeitet. Anschließend studierte er an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen. Als Pastor war er in Schwabach-Weißenburg, Tübingen und Nürnberg tätig. Jäger absolvierte eine sechswöchige Fortbildung in Klinischer Seelsorge in der Württembergischen Landeskirche. Er war zudem Mitglied im Verwaltungsrat des Diakoniewerks Martha-Maria.

Seelsorgerin Jutta Specht

Seelsorgerin Jutta Specht

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Oberin Roswitha Müller dankte auch im Namen der Diakonissen.

Oberin Roswitha Müller dankte auch im Namen der Diakonissen.

Direktor Andreas Cramer würdigte Jutta Spechts Arbeit im Krankenhaus Martha-Maria Nürnberg.

Auch Personalvorstand Dr. Tobias Mähner verabschiedete die Seelsorgerin.

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