Unser Auftrag bei Martha-Maria: Helfen und Hören
Jeder Mensch ist nach dem Bild Gottes geschaffen und hat ein uneingeschränktes Recht auf ein menschenwürdiges Leben. Diese Überzeugung bestimmt uns in unserem Dienst an den Menschen.
Schon am 4. Februar 1889 gründeten die Diakonissen Luise Schneider und Elise Heidner in Zusammenarbeit mit dem evangelisch-methodistischen Pastor Jakob Ekert eine Schwesternschaft als Verein für allgemeine Krankenpflege. Den Namen Martha-Maria wählten sie, weil sie den Menschen umfassend helfen wollten. Jesus Christus wandte sich in besonderer Weise den Menschen zu und verwirklichte damit die Liebe Gottes.
Daran orientiert sich unser Auftrag bis heute. Unser Name erinnert an eine Geschichte aus der Bibel: Jesus ist bei Martha und Maria zu Gast. Während Martha ihn versorgt, setzt sich Maria zu Jesus und hört ihm zu. Der Name Martha-Maria ist uns Verpflichtung und Programm. Das Helfen und das Hören bestimmen unsere Arbeit.
Unser Leitbild
Mit fachkundiger Hilfe und menschlicher Zuwendung – durch Helfen und Hören – wollen wir zur Menschlichkeit in unserer Gesellschaft beitragen. Diese Vision soll uns leiten bei unserem Planen und Tun. In diesem Sinne verstehen wir uns als „Unternehmen Menschlichkeit“.
Unser Leitbild bietet die Grundlage für unser tägliches Arbeiten. Damit verdeutlichen wir den Anspruch, den wir an unsere Arbeit stellen und welche Erwartungen und Hoffnungen in uns leben.
Das Leitbild wurde erstmals im Jahr 2000 formuliert. Seither hat sich Martha-Maria weiterentwickelt. Im Lauf der Jahre hat sich in dem größer werdenden Werk auch das Leitbild verändert. Es eröffnet uns Perspektiven und beschreibt unsere Arbeit auf unserem Weg in die Zukunft.
Unser Leitbild hat zwei Seiten – wie die zwei Seiten einer Münze. Auf der einen Seite stellt es Selbstverständnis, Aufgaben und Ziele für unsere Mitarbeitenden dar. Auf der anderen Seite macht es uns für unsere Partner und die Öffentlichkeit erkennbar.
Diesen Zielen fühlen wir uns verpflichtet:
Wertschätzung
Unsere Arbeit ist geprägt von der Wertschätzung für den Menschen
Wir versuchen, die Menschen, für die wir da sind, in ihrer Individualität wahrzunehmen und ihnen Partner zu sein. Dabei wollen wir ihnen freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit begegnen und ihre Würde besonders dann achten, wenn sie nicht mehr selbst dafür eintreten können.
Hierbei hat die Seelsorge in allen unseren Einrichtungen einen besonderen Stellenwert. Wir verpflichten uns, das Lebensrecht der uns anvertrauten Menschen zu vertreten und zu schützen und Sterbende so zu begleiten, dass ihre Würde gewahrt bleibt.
Zuwendung
Wir wollen unsere fachliche Kompetenz mit persönlicher Zuwendung verbinden
Im Sinne des christlichen Menschenbildes wollen wir die Sorge für den Körper mit der Sorge für die Seele verbinden.
- In unseren Krankenhäusern ist es unsere Aufgabe, den Patientinnen und Patienten die beste medizinische, pflegerische und therapeutische Hilfe zu geben, die uns möglich ist. Dabei achten wir darauf, dass Raum bleibt für die persönliche Zuwendung.
- Den älteren und gebrechlichen Menschen in unseren Einrichtungen der Altenhilfe wollen wir ein Zuhause schaffen, das ihnen ein Leben in Würde ermöglicht. Unsere Pflege und Betreuung in den stationären und ambulanten Angeboten orientiert sich an individuellen Bedürfnissen und Gewohnheiten und aktiviert die vorhandenen Möglichkeiten.
- Die Rehabilitation sehen wir als Chance, die körperlichen und seelischen Folgen einer schweren Krankheit zu mindern und den Betroffenen Lebensqualität zu ermöglichen. Dabei hat Prävention einen hohen Stellenwert.
- In unseren Ausbildungsstätten verbinden wir die fachliche Aus- und Weiterbildung mit der Vermittlung einer möglichst hohen sozialen Kompetenz. Damit beteiligen wir uns an der gesellschaftlichen Aufgabe, jungen Menschen einen Ausbildungsplatz und eine berufliche Perspektive zu geben.
- In den Kindertagesstätten ist es unser Ziel, in Zusammenarbeit mit den Eltern zur Entfaltung der kindlichen Persönlichkeit beizutragen und die Gesamtentwicklung der Kinder zu fördern.
- In unseren Hotels machen wir Angebote zur ganzheitlichen Erholung.
Zufriedenheit
Die Zufriedenheit der Menschen, für die wir uns einsetzen ist uns ein wichtiger Maßstab
In unserer Arbeit nehmen wir die Erwartungen unserer Patientinnen und Patienten sowie unserer Bewohnerinnen und Bewohner ernst und wollen ihnen gerecht werden, soweit es uns möglich ist.
Dabei ist uns die aktive Teilhabe der Betroffenen und ihrer Angehörigen wichtig. Ihre Kritik und ihre Anregungen sehen wir als Chance, unsere Leistung zu verbessern.
Mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und Partnern in Institutionen und Unternehmen kooperieren wir im Sinne einer aktiven Vernetzung zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten und unserer Bewohnerinnen und Bewohner.
Die Zusammenarbeit mit Politik, Verwaltung und Kostenträgern gestalten wir konstruktiv und verantwortungsbewusst.
Qualität
Der Sicherung und Verbesserung der Qualität unserer Arbeit räumen wir eine hohe Priorität ein
Die Grundlage für ein hohes Niveau unserer Leistungen ist die Bereitschaft unserer Mitarbeitenden, ihr Arbeit zu reflektieren und ständig zu verbessern. Die Qualität muss gesichert und kontinuierlich verbessert werden.
Dies geschieht durch unser praxisbezogenes Qualitätsmanagement. Es soll Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Ebenen und Dienstbereiche dazu befähigen, selbst Verantwortung zu übernehmen und in fachübergreifenden Teams Verbesserungen zu erarbeiten.
Kompetenz
Fortbildung und Weiterbildung sichern unsere fachliche und soziale Kompetenz
Wir fördern die Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontinuierlich durch gezielte Angebote zur Fort- und Weiterbildung. Damit soll das Fachwissen vertieft, die Fähigkeit zur Zusammenarbeit verbessert und kreatives Arbeiten gefördert werden. So wachsen das Bewusstsein und die Motivation für die gemeinsame Ausrichtung unserer Arbeit.
Miteinander
Ein gutes Miteinander ist eine unersetzbare Grundlage für unser diakonisches Handeln
Gegenseitiges Verständnis und ein offener Umgang miteinander sind wesentliche Voraussetzungen, um das Ziel einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zu erreichen.
Wir bemühen uns um gegenseitige Wertschätzung, Sensibilität für die Situation des anderen und eine gute Zusammenarbeit aller Berufsgruppen, Dienstbereiche und Einrichtungen. Wir wollen die Fähigkeit zur Kommunikation fördern und zu Formen der Verständigung finden, die unserer Arbeit dienen.
Zu einem guten Miteinander tragen die Angebote innerhalb der Dienstgemeinschaft bei: Andachten, Gottesdienste, gemeinsame Unternehmungen, Feiern, Konferenzen und die Gelegenheit zum Gespräch.
Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Freundes- und Förderkreis der Martha-Maria-Stiftung unterstützen die Ziele von Martha-Maria und fördern das Miteinander. Die Martha-Maria-Stiftung gestaltet in internationaler kirchlicher Zusammenarbeit eine Partnerschaft mit dem christlichen Krankenhaus in Chicuque in Mosambik.
Motivation
Wir praktizieren einen Führungsstil, der klare Zielvereinbarungen mit kooperativem Verhalten verbindet
Die Leitungen auf allen Ebenen haben die Aufgabe, Ziele zu definieren und gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Klare Zielfestlegungen stärken Motivation, Verantwortungsbereitschaft und Engagement aller Beteiligten.
Um dies zu erreichen, führen wir regelmäßige Dienstgespräche und leiten Informationen in geeigneter Weise weiter. Wir beteiligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Entscheidungen und fördern die Delegation von Verantwortung.
Vertrauen
Mitarbeitervertretungen und Leitungen der Einrichtungen arbeiten vertrauensvoll zusammen
Die Arbeitskraft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihre berufliche Zufriedenheit kann nur in einem vertrauensvollen Miteinander erhalten bleiben. In einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Leitungen und Mitarbeitervertretungen liegt die Chance, Konflikte rechtzeitig zu lösen oder von vornherein zu vermeiden.
Wirtschaftlichkeit
Die Wirtschaftlichkeit unserer Einrichtungen ist Voraussetzung für die Erfüllung unseres diakonischen Auftrags
Die Wirtschaftlichkeit unserer Einrichtungen ist Voraussetzung für ihren Bestand. Sie kann nur gesichert werden, wenn jede und jeder Einzelne mit den vorhandenen Ressourcen verantwortlich umgeht.
Die Leitungen durch vorausschauendes Management. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch bestmögliche Nutzung ihrer persönlichen Fähigkeiten, ihrer Arbeitskraft und der vorhandenen Arbeitsmittel. Diese gemeinsame Verantwortung nehmen wir wahr, um miteinander die Herausforderungen der Zukunft zu bestehen.
Kreativität
Um zukunftsfähig zu bleiben, brauchen wir das Engagement und die Kreativität aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Wir achten gemeinsam darauf,
- unser Ziel einer ganzheitlichen Zuwendung zum Menschen gegenüber einschränkenden politischen und gesellschaftlichen Tendenzen zu verteidigen.
- neue Herausforderungen zu erkennen und Veränderungen mutig und kreativ anzupacken.
- ein Arbeitsklima zu schaffen und zu erhalten, das die Motivation zum Dienst am Menschen, die Freude an der Arbeit und die Offenheit für neue Ideen und innovative Wege fördert.
- ein familienfreundliches Arbeitsklima zu schaffen.
- unsere Arbeit so umweltbewusst wie möglich zu gestalten.
- durch die Zusammenarbeit vor Ort mit Kirchengemeinden und anderen Partnern Zeichen zu setzen für die gemeinsame Aufgabe der Sorge um den Menschen.
Unsere strategischen Ziele
Martha-Maria 2020plus: Unsere Unternehmensstrategie
Martha-Maria 2020plus ist eine Standortbestimmung und wichtige Orientierung, mit der wir die Zukunft gestalten. Es ist ein abwechslungsreicher Weg, auf dem die Gegenwarts- und Zukunftsthemen von Martha-Maria bearbeitet werden. Diese Themen wollen wir in Martha-Maria wachsen“ und sich entwickeln lassen.
Die Frage: „Was wollen wir konkret erreichen?“ öffnet uns für gemeinsames Nachdenken über diese strategischen Ziele und Wege. Lassen Sie uns gemeinsam und im Mit- und Füreinander unterwegs sein. Seite an Seite auf dem Weg Schritte machen in die gleiche Richtung.
Das sind die 10 strategischen Ziele unseres Diakoniewerks
Im Jahr 2024 hat das Diakoniewerk Martha-Maria die Unternehmensstrategie fortgeschrieben und erweitert. Mit diesen „10 Zielen“ bleibt Martha-Maria sich selbst und seinen Wurzeln treu und richtet sich zugleich zukunftsfähig aus.
Es bleibt die Aufgabe, diese Grundsätze in messbaren Zielen, konkreten Maßnahmen und einem wertorientierten Führungsverhalten umzusetzen, um so den Menschen, die in unseren Einrichtungen Hilfe und Unterstützung suchen, bestmöglich zu dienen.
1. Martha-Maria bleibt sich selber treu
Martha-Maria ist ein selbstbewusstes Diakoniewerk, das seinen diakonischen Auftrag verwirklicht, indem es in evangelisch-methodistischer Weise den Dienst an einzelnen Menschen mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet, und sich stetig weiterentwickelt.
2. Martha-Maria macht vor allem, was es kann: Pflege
Die individuelle Zuwendung zu pflege- und hilfsbedürftigen Menschen ist Kernkompetenz des Diakoniewerks Martha-Maria.
3. Martha-Maria kümmert sich um die gesellschaftlichen Bedingungen
Martha-Maria nimmt verstärkt die Möglichkeit gesellschaftlicher Einflussnahme und Fürsprache wahr.
4. Wir sind immer bereit, Rechenschaft abzulegen
Als am Gemeinwohl orientiertes Unternehmen ist Martha-Maria bereit, Rechenschaft abzulegen gegenüber allen seinen Anspruchsgruppen.
5. Wir sind kooperativ
Martha-Maria pflegt intern und extern eine kooperative Arbeitsweise. Zusammenarbeit geschieht zum Wohl der Menschen in unseren Einrichtungen.
6. Martha-Maria verleiht seinen christlichen Wurzeln Flügel
Die christlich-kirchlichen Wurzeln des Diakoniewerks beeinflussen richtungsweisend und hilfreich die Zukunft des Unternehmens.
7. Mitarbeitende sind Mitgestaltende
Martha-Maria fördert und fordert seine Mitarbeitenden als Mitgestaltende des Unternehmens im Sinne der Menschlichkeit.
8. Führungspersonen pflegen einen dienenden Führungsstil
Martha-Maria hat Führungspersönlichkeiten, die ihre Führungsaufgabe bewusst und kenntnisreich wahrnehmen. Sie integrieren Grundsätze einer dienenden Führung in ihr Führungsverständnis.
9. Wir sind ökologisch und sozial nachhaltig
Martha-Maria hat eine Strategie für ökologische und soziale Nachhaltigkeit und setzt sie in einem Prozess kontinuierlicher Verbesserung so um, dass es verpflichtenden Anforderungen mindestens einen Schritt voraus ist.
10. Die Wirtschaftlichkeit steht im Dienst des Auftrags
Für das Diakoniewerk Martha-Maria steht die Wirtschaftlichkeit seiner Einrichtungen im Dienst seines diakonischen Auftrags.
Martha-Maria 2020plus ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Getragen wird das Konzept von einer Arbeitsgruppe, der Mitarbeitende aus unterschiedlichen Bereichen und der Geschäftsführende Vorstand angehören.
Mitglieder der Arbeitsgruppe
- Markus Jung
- Direktor
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- Dr. jur.
Tobias Mähner - Vorstand Personal und Recht
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- Bertram Neumann
- Einrichtungsleitung
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- Dr. med.
Sven Scheuering - Facharzt für Urologie
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- Christiane Westphal
- Vorsitzende der Gesamt-Mitarbeitervertretung
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- Dr. med.
Florian Bingold (DESA), MHBA - Chefarzt
Facharzt für Anästhesiologie
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Koordination
- Irmtraud Oehme
- Referentin des Geschäftsführenden Vorstands
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Die Martha-Maria-Kommunikationsgrundsätze
In den Jahren 2018 und 2019 hat die "Martha-Maria 2020plus"-Gesamtgruppe gemeinsam mit rund 250 Mitarbeitenden herausgearbeitet, was uns in Martha-Maria in unserer Kommunikation wirklich wichtig ist.
In insgesamt 17 Kommunikations-Workshops wurden neun Kerngedanken erarbeitet und in einem Punktewertverfahren von allen Teilnehmenden bewertet.
- Direkte Kommunikation: Wir sind mutig und sagen offen, ehrlich, direkt und zeitnah, was Sache ist.
- Zuhören können: Ohren auf! Wir nehmen uns Zeit zum Zuhören und lassen unser Gegenüber ausreden.
- Augenhöhe: Wir schauen uns in die Augen und begegnen uns mit Anstand, Respekt und Wertschätzung.
- An der Freiheit des anderen kommt keiner vorbei: Wir sind nicht nur tolerant, sondern akzeptieren und respektieren die Meinungen des Anderen.
- So ist es: Wir brauchen klare, deutliche Ansagen für ein konstruktives Miteinander.
- Die Würde des Menschen ist unantastbar: Wir stellen den anderen niemals bloß.
- Zusammenarbeiten: Gemeinsam sind wir stark!
- Gehört ist noch lange nicht verstanden: Wir fragen umgehend nach: Habe ich dich richtig verstanden?
- Achtsamkeit: Wir danken einander herzlich für eine Top-Leistung.