Diakoniewerk Martha-Maria
Mitdenken, umlenken

Martha-Maria wird grün!

Mehr Nachhaltigkeit und eine grünere Zukunft: Das ist unser Ziel

Thomas Völker und Dr. Klaus Schwendner

Energie sparen im Alltag: Tipps für Mitarbeitende

Nahaufnahme eines Heizkörper-Thermostats zur Energieeinsparung.

Nach dem Meeting die Heizung wieder herunterdrehen: So können wir vermeiden, dass leere Räume sinnlos geheizt werden.

"Ob ich mein Verhalten ändere oder nicht – das macht doch am Ende keinen Unterschied." Diese Einstellung kennen wir vermutlich alle, weil wir einen ähnlichen Gedanken selbst schon einmal hatten. Das Problem dabei: Diese Einstellung ist fatal, denn ohne den Einzelnen geht es nicht.

Mit ein paar kleinen Verhaltensänderungen im Alltag können alle Mitarbeitenden etwas für eine bessere, grünere Zukunft machen. Auch wenn es manchmal mühselig erscheint, helfen diese Tipps ungemein:

  1. Licht aus! Jedes mal, wenn wir unser Büro, unser Zimmer oder einen Besprechungsraum verlassen, sollten wir das Licht ausmachen.
  2. Volle Beleuchtung? Wir Menschen sind bequem und werden von Gewohnheiten getrieben. Wenn es zwei Lichtschalter gibt, drücken wir einfach auf beide. Genau an dieser Stelle können wir wieder ansetzen. Braucht es alleine im Büro wirklich beide Lichtleisten oder reicht eine mit dem Tageslicht?
  3. Heizung aus! Niemand soll auf der Arbeit frieren. Deshalb ist es selbstverständlich in Ordnung, in Meetings die Heizung auch einmal anzumachen. Wichtig hierbei: Wenn wir unser Büro oder den Besprechungsraum verlassen, sollten wir die Heizung wieder abdrehen, sodass keine leeren Räume umsonst geheizt werden.
  4. PC aus! Ja, da müssen wir uns sicherlich an die sprichwörtliche eigene Nase fassen. Einfach schnell am Feierabend den Standby-Modus aktivieren? Das reicht nicht und kostet auf Dauer viel Energie. Wer Strom sparen und der Umwelt etwas Gutes tun möchte, fährt seinen PC und andere elektrische Geräte über Nacht herunter.
  5. Warmes Wasser im Bad? Müssen wir beim Händewaschen unbedingt warmes Wasser verwenden oder reicht auch das kalte Wasser aus der Leitung? Wenn wir ehrlich sind, reicht in den meisten Fällen auch das kalte Wasser – das wiederum hilft, Energie zu sparen.

Diese Liste lässt sich noch erweitern. Sie dient auch nur als kleiner Denkanstoß für den Alltag. Weitere Inspirationen hat unser Ideenwettbewerb „Mitdenken, umlenken“ herausgebracht.

 

Ideensammlung für mehr Nachhaltigkeit

„Mitdenken, umlenken“: Unter diesem Motto hatte der Vorstand des Diakoniewerks Martha-Maria zu einem Ideenwettbewerb aufgerufen. Die Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen aller Standorte waren eingeladen, Ideen für ein nachhaltigeres Handeln, einzureichen, bezogen auf alle Bereiche in Martha-Maria und dem eigenen Alltag.

Insgesamt haben sich 55 Mitarbeitende zwischen November 2022 und Februar 2023 am Ideenwettbewerb beteiligt. Aus sechs Standorten gingen insgesamt 120 Tipps und Ideen zum Energiesparen und nachhaltigeren Handeln ein. Aus der Vielzahl an eingereichten Ideen wurden 25 „Tipps des Tages“ formuliert.

Dr. Hans-Martin Niethammer, ehemaliger Direktor des Diakoniewerks Martha-Maria, zeigte sich erfreut über die große Anzahl an Einsendungen:

„Jede einzelne und noch so kleine Idee ist wertvoll, um in der Summe Energie zu sparen und unsere Schöpfung zu wahren. Um dieses große Engagement unserer Mitarbeitenden zu würdigen, haben auch alle Teilnehmenden an der Verlosung der Gewinnerpreise teilgenommen. Von der einen, besten Idee zu sprechen, ist hier unmöglich.“

Tipps des Tages

Tipp 1: Treppe statt Aufzug

Falls es die Gesundheit zulässt, ist der Verzicht auf die Nutzung des Aufzugs nicht nur eine Energiesparmaßnahme, sondern auch ein Training für Herz-Kreislauf und Muskulatur.

Tipp 2: Rollo bei Nacht

Jalousien oder Rollläden auch in Wintermonaten bei Nacht schließen oder herunterfahren. Sie dienen nicht nur in Sommermonaten als Hitzeschutz, sondern fungieren in allen Räumen im Winter auch als Energiespeicher der Innenraumwärme.

Tipp 3: Wasser aus beim Einseifen

Beim Händewaschen sollte während des Einseifvorgangs das Wasser kurz geschlossen werden, so dass es nicht unnötig weiterläuft.

Tipp 4: Weniger Kälte im Serverraum

Die Rechenzentren von Martha-Maria werden durch Klimaanlagen auf eine Temperatur von rund 20 Grad gekühlt. Diese Temperatureinstellung ist laut vielen Berichten nicht mehr zeitgemäß. So lassen sich Rechenzentren auch bei einer Raumtemperatur von 25 Grad betreiben. Man geht davon aus, dass jedes Grad Celsius, was nicht gekühlt werden muss, drei bis vier Prozent an Stromkosten einsparen kann. 

Tipp 5: Flurbeleuchtung

Die Flurbeleuchtung im Labor am Krankenhaus Martha-Maria München ist durchgehend an. Sie lässt sich weder durch einen Lichtschalter abstellen, noch ist die Beleuchtung nötig, weil wir ein Tageslicht-Fenster im Flur besitzen und ein separates Licht schaltbar wäre. Auf den kleinen Toiletten gibt es Bewegungsmelder. Eine derartige Funktion ist vollkommen ausreichend.

Tipp 6: Fenster abdichten

Es gibt im Haus sehr viele Fenster, die nicht mehr zeitgemäß übergroß und kältedurchlässig sind. Überall, wo Altbauten vorhanden sind, besteht dieses Problem. Ein einfacher Austausch ist kurzfristig nicht möglich. 

Dass die Fenster im Altbau (zum Beispiel: Stadenstraße 60 in Nürnberg) nicht besonders gut abdichten, erkennt man gut daran, dass Insekten zwischen den Scheiben krabbeln. Mit nur rund einem Euro pro laufenden Meter gibt es Schaumstoff selbstklebend zum Isolieren. 

Laut Hersteller halten die Abdichtschaumstoffe fünf bis acht Jahre und erreichen bei Minustemperaturen außen 1 bis 1,5 Grad Wärmeerhalt im Innenraum. Damit würden die Räume im Winter über Nacht weniger abkühlen. Die Fachempfehlung lautet, auch die weniger beachteten Fenster wie Keller und Dachboden abzudichten.

Tipp 7: Mehrseitiger Druck

Um nur noch halb so viel Papier zu verbrauchen, sollte beim Ausdruck mehrseitiger Dokumente grundsätzlich der beidseitige Druck eingestellt werden.

Tipp 8: Raumthermometer

Um ein Bewusstsein für die Raumtemperatur zu schaffen und so gezielt Heizenergie zu sparen, ist die Ausrüstung von Büro- und Aufenthaltsräumen mit Raumthermometern eine sinnvolle Kontrollmaßnahme.

Tipp 9: Wasserkocher

Wer einen Wasserkocher verwendet, sollte diesen nur mit dem tatsächlich benötigten Wasser befüllen. Wasserkocher benötigen sehr viel Energie. Darüber hinaus wird Trinkwasser verschwendet. Durch die richtige Entkalkung können nochmals zehn Prozent an Energie eingespart werden. Die entsprechende Essigessenz ist preiswert in der Anschaffung und zugleich effektiv

Um Energie zu sparen, ist es wichtig, zusammenzuarbeiten. Deshalb sollte die Anzahl der Wasserkocher und Kaffeemaschinen insgesamt reduziert werden. Oder anders ausgedrückt: Wenn wir Energie sparen wollen, können sich auch mehrere Büros bestimmte Geräte teilen. Damit leisten wir einen wertvollen Beitrag für die Umwelt.

Tipp 10: Sammelstellen für Restmüll

Es sollte in jeder Abteilung oder an zentralen Orten Sammelstellen für Restmüll geben, damit der Müll sauber getrennt ist und einzelne Mülleimer und Plastikpapiertüten in Büros eingespart werden können. 

Die offizielle Papiersammelstelle der Personalabteilung befindet sich übrigens im Raum E22 mitten in der Abteilung, sodass sie für alle Kollegen gut erreichbar ist

Tipp 11: Leuchtmittelreduzierung

In unserem Seniorenzentrum Martha-Maria Eckental haben wir jedes zweite Leuchtmittel in den Gängen deaktiviert.

Tipp 12: Mitfahrzentrale

Eine Martha-Maria-Mitfahrzentrale über unsere Mitarbeiter-App ist eine hervorragende Option, um Dienstreisen sinnvoller zu gestalten. Durch eine zentrale Anlaufstelle bekommen Kollegen mit, wenn Kollege A am selben Tag wie Kollege B nach Halle fährt. Man könnte sich zusammenschließen oder zumindest Materialien transportieren.

Tipp 13: Digitale Faxgeräte

Bei jedem Befund, der gefaxt werden muss, ist es nötig, die Befunde auf Papier zu drucken und via Faxgerät zu senden. Es gibt die Möglichkeit, gleich nur ein digitales Dokument (PDF) zu drucken und per E-Mail zu versenden oder die Datei direkt als PDF-Fax zu versenden. Dies spart Arbeitszeit, Papier und Druckertinte und erleichtert das Arbeiten im Homeoffice, wenn es darum geht Befunde weiter zu leiten.

Tipp 14: Parkhausbeleuchtung

Im Parkhaustreppenhaus in Nürnberg gibt es auf jeder Etage mindestens zwei Lampen. Ohne eine Gefährdung der Sicherheit genügt es, wenn nur jede zweite Lampe leuchtet.

Tipp 15: Möbelstücke

Es werden immer wieder Möbelstücke entsorgt, die noch privat genutzt werden könnten. Dazu gehören Schreibtische, Rollcontainer, Aktenschränke oder auch Pflegewagen, die sich super als Werkstattwagen eignen.

Tipp 16: PC abschalten

Beim Verlassen des Büros – ob am Feierabend oder auch nur beim Toilettengang – lohnt es sich, das Licht auszuschalten. Nach dem Dienst sollte der PC heruntergefahren werden. Auch im Nachtdienst laufen im Stützpunkt häufig mehrere PCs und Bildschirme. Einer genügt in der Regel.

Tipp 17: Standby-Modus vermeiden

Elektronik in den Besprechungsräumen läuft zum Teil im Standby-Modus, teilweise ist sie sogar rund um die Uhr komplett aktiv. Große LCD-Bildschirme oder Beamer verbrauchen selbst im Standby-Modus Strom. Kameras und Tablets laufen in Volllast dauerhaft. 

Es ist sinnvoll, eine große Steckdosenleiste anzubringen, an der die gesamte Elektronik angeschlossen ist. Damit lassen sich alle Geräte über einen Kippschalter an- und ausschalten.

Tipp 18: Wassersparende Duschköpfe

Wassersparende Duschköpfe können auch im Krankenhaus eingesetzt werden. Wichtig dabei ist, dass diese mindestens 9ml/min Durchfluss haben (Legionellen) und dass diese das tägliche Spülen (Legionellen-Prophylaxe) nicht ersetzten können. Es ein guter Beitrag, um nachhaltiger mit Wasser umzugehen.

Tipp 19: E-Bikes nutzen

Für kurze Touren im ambulanten Pflegedienst kann man auch E-Bikes verwenden und das Auto ab und an stehenlassen.

Tipp 20: Dickere Dienstkleidung

Neben oder anstatt der derzeitigen Baumwolljacken bieten sich dickere Fleecejacken an. Insbesondere im Nachtdienst oder im ambulanten Dienst neigt man zum Frieren und zum Aufdrehen der Heizung.

Tipp 21: Stoßlüften gegen Infektionen

Arbeiten Menschen in schlecht oder nicht belüfteten Büros, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Infektion, selbst wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Beschäftigten eingehalten wird. Um effektiv zu lüften, gibt es zwei Möglichkeiten: das freie Lüften und die technische Lüftung. Bei Letzterer gelangt über raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) kontinuierlich gefilterte Frischluft von außen in die Innenräume. 

„Bei der freien Lüftung ist die Stoßlüftung mit weit geöffneten Fenstern und am besten auch mit geöffneten Türen am effektivsten“, so Dr. Simone Peters, Leiterin des Sachgebiets Innenraumklima der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Stoßlüften belaste auch nicht die Energiebilanz. 

Peters: „Wenn im Winter in regelmäßigen Abständen für drei Minuten richtig stoßgelüftet wird, ist der Verlust an Heizenergie minimal.“ Eine Lüftung über ein dauerhaft gekipptes Fenster sei hingegen nicht empfehlenswert. 

Schutz vor Schimmelpilz bei abgesenketen Temperaturen 

Regelmäßiges Lüften ist auch wichtig, um der Schimmelbildung in Räumen vorzubeugen. Je weiter die Raumtemperatur sinkt, desto größer ist die Gefahr eines Schimmelbefalls. „Bei zu kühlen Räumen kann sich Kondenswasser bilden. Dies kann wiederum zu Feuchteschäden oder Schimmelpilzbefall führen“, sagt Peters. 

„In Arbeitsräumen ohne technische Belüftung muss deshalb auf jeden Fall gelüftet werden, um für den notwendigen Luftaustausch zu sorgen. Das entspricht unserer Empfehlung zum infektionsschutzgerechten Lüften. Man schlägt also zwei Fliegen mit einer Klappe.“

Tipp 22: Reinigung von OP-Kleidung
  1. Beim Verlassen von Abteilungen (OP, HKL, TUR-OP), in denen das Tragen von Bereichskleidung Pflicht ist, wird Poolwäsche getragen. Poolkleidung muss in diesen Bereichen nicht täglich gewechselt werden. Somit sparen wir das Waschen von Kasacks und Hosen (Bereichskleidung) 
  2. Beim Verlassen von Abteilungen (OP, HKL, TUR-OP), in denen das Tragen von OP-Clogs Pflicht (Arbeitsschutz) ist, werden private Schuhe angezogen. Dadurch wird das Waschen von OP-Clogs in eigens dafür vorgesehenen Waschmaschinen eingespart (Wasser, Strom, Personal, Reinigungs- und Desinfektionsmittel).
  3. Durch Prozessanpassungen, besonders im OP, lassen sich Bereichskleidung und das Reinigen von OP-Schuhen einsparen, wenn das Assistenzpersonal nicht für jeden Eingriff den OP verlässt. Beim Verlassen des OP-Saals und im Wechsel zwischen zwei Operationen wird jedes Mal ein Paar OP-Clogs, ein Kasack und eine Hose gewechselt. Gerade die Wäschereien haben die Preise aufgrund des Mindestlohns und der Energiepreisanpassungen drastisch erhöht.
Tipp 23: Abwasserwärmerückgewinnung

In den Einrichtungen des Diakoniewerks Martha-Maria fällt eine relativ große Menge erwärmter Abwässer an. Die Abwasserwärmerückgewinnung spielte im Zeitalter von günstigem Erdgas und Erdöl kaum eine Rolle. Mittlerweile ist die Anordnung von speziellen Wärmetauschern weltweit stark gestiegen. 

Einrichtungen mit einem Abwassertrennsystem können sehr effizient die Abwasserwärme nutzen. Dieses Verfahren ist eine Investition in die Zukunft.

Tipp 24: Mehrfachbenutzung von Kuverts

In der internen Hauspost verbrauchen wir kostbare Ressourcen. Dieser Umstand lässt sich zumindest in Teilbereichen beheben. Eine Möglichkeit besteht darin, Umschläge und Kuverts für die interne Hauspost mehrfach zu verwenden.

Alle Abteilungen können das Schlauchsystem zur Wiederverwertung von Akten verwenden. Die entsprechenden Systeme liegen im Scan-Büro vor und können bei den Kollegen abgeholt werden.

Tipp 25: Papierprospekte und Newsletter abbestellen

Ungefragte Werbematerialien von Lieferanten oder Kooperationspartnern verursachen große Mengen an Papiermüll. Es lohnt sich, die Versender aktiv anzuschreiben und um Einstellung zu bitten. 

Gleiches gilt in einem geringeren Maß auch für Newsletter: Jede versendete E-Mail verursacht einen CO2-Ausstoß.

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