Martha-Maria appelliert an Kommunal- und Landespolitik: Investitionen in Klimaschutz und Digitalisierung müssen gleichberechtigt unterstützt werden.
Frei-gemeinnützige Träger der Sozial- und Gesundheitswirtschaft brauchen gleichberechtigten Zugang zu Fördermitteln aus dem „Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität“ (SVIK). Das fordert das Diakoniewerk Martha-Maria in einem Schreiben, das diese Woche an Kommunal- und Landespolitiker verschickt wurde.
Der Träger von Krankenhäusern und Pflegeheimen warnt davor, dass ohne faire Förderung dringende Modernisierungsprojekte in Krankenhäusern und Pflegeheimen nicht umgesetzt werden können – mit Folgen für die Versorgungsqualität und die bayerischen Klimaziele.
Klimaneutralität und Digitalisierung: Investitionen in die Zukunft
„Ohne Förderung aus dem Sondervermögen können dringende Modernisierungsprojekte – etwa die Umstellung auf klimaneutrale Energieversorgung oder mehr Digitalisierung in der Pflege – nicht oder nur unzureichend finanziert werden“, betont Markus Jung, Vorsitzender des Vorstands des Diakoniewerks Martha-Maria.
„Das gefährdet nicht nur die Versorgungsqualität, sondern auch die Erreichung der bayerischen Klimaziele.“
Martha-Maria engagiert sich bereits seit Jahren für Nachhaltigkeit und Klimaanpassung: So wurden in den vergangenen Monaten unter anderem Klimaanpassungspläne für alle Einrichtungen erarbeitet, Nistkästen für Vögel und Fledermäuse aufgestellt, die Umstellung auf Recycling-Papier sowie regionale Lebensmittelversorgung vorangetrieben.
„Diese Maßnahmen zeigen, dass wir unsere Verantwortung ernst nehmen – doch für große Infrastrukturprojekte fehlen uns die finanziellen Mittel“, so Jung.
Das sind unsere Forderungen an die Politik
Das Diakoniewerk Martha-Maria unterstützt die gemeinsamen Forderungen der frei-gemeinnützigen Träger in Bayern:
- Explizite Antragsberechtigung für gemeinnützige Organisationen – als eigenständige Antragsteller oder Partner in Verbundprojekten
- Vereinfachte Antragsverfahren, um Bürokratie abzubauen und auch kleineren Trägern Teilhabe zu ermöglichen.
- Geringe Eigenanteilforderungen, damit alle Träger chancengleich partizipieren können.
- Kumulierbarkeit von Fördermitteln, um Förderlücken zu schließen.
Investitionen in soziale Infrastruktur entlasten öffentliche Haushalte
„Gemeinnützige Träger entlasten den Staat, steigern die regionale Resilienz und sichern soziale Angebote für vulnerable Gruppen – auch unter Rahmenbedingungen, die für gewerbliche Anbieter nicht attraktiv sind“, erklärt Jung. „Investitionen in die soziale Infrastruktur wirken präventiv und entlasten langfristig die öffentlichen Haushalte. Sie sind eine nachhaltige Investition in die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.“
Freie Wohlfahrtspflege ist systemrelevant
Das Diakoniewerk Martha-Maria versorgt jährlich mehr als 30.000 kranke und pflegebedürftige Menschen und bildet in drei Pflegeschulen junge Menschen für den Dienst in der Pflege aus. „Wir sind systemrelevant – doch ohne faire Förderung können wir unsere Aufgaben nicht dauerhaft erfüllen“, warnt Jung. „Die bayerische Landesregierung muss jetzt handeln und die Förderrichtlinien trägerneutral gestalten.“