Was ist Klimaanpassung?
Klimaanpassung umfasst alle Maßnahmen, die uns helfen, mit den Folgen der Erderwärmung besser umzugehen. Während beim Klimaschutz der Ausstoß von Treibhausgasen verringert wird, geht es bei der Anpassung um Verhaltensänderungen und die Vorbereitung von Gebäuden und Außenanlagen, so dass sie zum Beispiel auch bei großer Hitze kühl bleiben.
Warum braucht es Klimaanpassung?
Der Klimawandel ist längst in Nürnberg angekommen. Hitzewellen, Trockenheit oder Starkregen fordern uns heraus – besonders in der Pflege und Betreuung. Klimaanpassung bedeutet, heute schon die Lösungen für morgen zu planen, um die Lebensqualität in unserer Einrichtung langfristig zu sichern.
Was macht eine Klimaanpassungsbeauftragte?
Die Arbeit der Klimaanpassungsbeauftragten dient einer soliden, systematischen Anpassung der Einrichtungen des Diakoniewerks Martha-Maria e.V. an den Klimawandel.
Klimaanpassung im Seniorenzentrum Martha-Maria Nürnberg
Klimaanpassungskonzept
Für die Erstellung eines Klimaanpassungskonzeptes für das Seniorenzentrum Martha-Maria Nürnberg haben wir eine Förderung im Rahmen des Programms „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ (AnpaSo) vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) erhalten.
Unser Ziel
Wir erstellen ein maßgeschneidertes Konzept für das Seniorenzentrum Martha-Maria Nürnberg. Es dient als „Fahrplan“, um unsere Einrichtung widerstandsfähig gegen Klimafolgen zu machen und besonders gefährdete Personen frühzeitig zu schützen.
Was genau wird erarbeitet?
Das Projekt wird wissenschaftlich und strukturiert umgesetzt. Dabei konzentrieren wir uns auf folgende Schwerpunkte:
- Wir untersuchen genau, wo unsere Einrichtung durch herausfordernde Witterungs- und Umweltereignisse besonders betroffen ist.
- Wir entwickeln konkrete Lösungsvorschläge zu möglichen und sinnvollen Verhaltens- und baulichen Veränderungen, wobei wir einen Schwerpunkt auf naturbasierte Ansätze setzen – zum Beispiel durch Begrünung.
- Beteiligung: Wir binden Bewohner, Angehörige und unsere Mitarbeitenden aktiv ein. Ihre Erfahrungen sind wertvoll für die Planung.
- Zukunftsplanung: Das Konzept enthält einen Zeitplan und Vorplanungen für die spätere Umsetzung der wichtigsten Maßnahmen.
Aktueller Sachstand
Wir befinden uns in der Vorbereitungsphase. Das Projekt wird über einen Zeitraum von einem Jahr intensiv bearbeitet
- Start der Konzeptionsphase: 1. April 2026
- Laufzeit: Bis zum 31. März 2027
- Status: Die Förderung wurde bewilligt. Aktuell bereiten wir die Vergabe der Aufträge an externe Experten vor, die uns bei der Erstellung des Konzepts unterstützen
Die Bestandsaufnahme hat begonnen
Am 12. August sind vom beauftragten Unternehmen Birgit Georgi-Haake und eine ihrer Partnerinnen, die Architektin Monika Diefenbach, aus Frankfurt angereist, um das Seniorenzentrum Martha-Maria Nürnberg innen und außen „unter die Lupe zu nehmen“. Einrichtungsleiter Bertram Neumann führte die Expertinnen durch die Häuser 1 und 2 – jeweils vom Dachboden bis in den Keller. In jedem einzelnen Stockwerk wurden exemplarisch Wohnungen und Zimmer untersucht und eine erste Fotodokumentation erstellt.
Viele vorhandene Lösungen wurden gelobt und etliche weitere Möglichkeiten der Klimaanpassung wurden entdeckt, die nun weiter evaluiert und bewertet werden müssen. Sowohl mit Mitarbeitenden als auch mit Bewohnerinnen und Bewohnern wurden Gespräche über den Umgang mit Hitze geführt. Die vorhandenen Hitzeschutzpläne, Kühltücher und ähnliches wurden als sehr hilfreich bewertet und werden regelmäßig genutzt. Zusätzlich kamen individuelle pragmatische Lösungen zur Sprache.
Pragmatische Lösungen
So gibt es beispielsweise einen Bereich, in dem die Bewohnenden eigenständig eine Regelung gefunden haben: Eine der Bewohnerinnen ist „Lüftungsbeauftragte“ und kümmert sich um das nächtliche Öffnen und morgendliche Schließen der Fenster in Treppenhaus und Flur. Diese pragmatische Lösung wurde dokumentiert. Im weiteren Projektverlauf soll geprüft werden, inwiefern sich daraus standardisierte Lösungen entwickeln lassen oder ob durch die Anpassung bestehender Verfahrensanweisungen ähnliche Resultate erzielt werden können.
Im Anschluss an die Begehung wurden offen gebliebene Punkte mit den weiteren Mitgliedern der Projektgruppe geklärt.
Als nächster Schritt ist die umfassende und strukturierte Einbindung der Mitarbeitenden, der Bewohnenden und von Dritten geplant.
Förderung und Partner
Das Vorhaben „AnpaSo FSP 1: Erstellung eines Klimaanpassungskonzeptes für das Seniorenzentrum Martha-Maria Nürnberg der Martha-Maria Altenhilfe gemeinnützige GmbH in Nürnberg“ (Förderkennzeichen: 67APS1996) wird staatlich unterstützt.
Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
- Beteiligte Partner: Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH.
- Weiterführende Informationen: