Rein in eine kompetenzorientierte Arbeitswelt
Das Jahr 2025 war für mich ein Jahr neuer Erkenntnisse. Es war arbeitsintensiv und herausfordernd, wie bereits die Jahre zuvor. Dass die Altenpflege am Limit ist, wissen wir nicht erst seit 2025. Die Suche nach und die Anleitung internationaler Fachkräfte sowie das Aufrechterhalten einer vermeintlichen Qualität, um Behörden und Kontrollorganen gerecht zu werden, gehören zum Arbeitsalltag in der Altenpflege.
Alles beim Alten zu lassen und zu erwarten, dass sich etwas verändert, hielt Albert Einstein schon für Wahnsinn. In der Altenpflege brauchen wir definitiv eine Kehrtwende: überdurchschnittlich viele krankheitsbedingte Ausfälle, hohe Fluktuation und eine Qualität, die sich nur über „satt, sauber, trocken“ definiert — das muss eliminiert werden. Ein „Weiter so“ ist in der Altenpflege zum Scheitern verurteilt.
Doch ich sehe Hoffnung im neuen Personalbemessungsgesetz: Hier werden neue Wege bestritten, um die Pflege nachhaltig zu stärken. Die Vorteile liegen auf der Hand: zufriedenes Personal, bessere Versorgung und Entlastung der Mitarbeitenden. In Zeiten der Globalisierung können wir von internationalen Best Practices lernen und so die Pflege zukunftsfähig machen.
Die Vorstellung, in eine neue Welt einzutauchen, begeistert mich. Raus aus dem Hamsterrad mit morgendlichen „Waschorgien“, die bei Bewohnenden und Personal zu Unzufriedenheit führen. Rein in eine kompetenzorientierte Arbeitswelt, in der Bewohnende nach ihren Bedarfen leben und Mitarbeitende nach ihren Stärken aufleben dürfen. Daraus resultieren mehr Lebensqualität für die Bewohnenden und mehr Arbeitsfreude für die Mitarbeitenden. In Martha‑Maria Stuttgart führen wir eine kompetenz‑ und bewohnerorientierte Arbeitsorganisation ein — mit externer Unterstützung.
Silke Gehre
Pflegedienstleitung Hilde und Eugen Krempel Haus, Stuttgart